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Lehrsammlung

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Die Abteilungen Urgeschichtliche Archäologie /  Frühgeschichtliche Archäologie und Archäologie des Mittelalters des IAW (ehemals Institut für Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie und Archäologie des Mittelalters) besitzen eine Sammlung archäologischer Artefakte, deren Bandbereite vom Paläolithikum bis ins Mittelalter reicht. Die Sammlung wurde um die Gründungszeit des Lehrstuhls für Ur- und Frühgeschichte (1930er Jahre) in einem Inventurbuch erfasst, das sowohl Auskunft über die Zusammensetzung des Fundbestandes gibt, aber auch Hinweise enthält, welche Objekte aus zeitgenössischen Grabungen, Schenkungen, Ankäufen und über Tausch in die Sammlung Eingang gefunden haben. 

Das Spektrum der Funde

Die Menge der Funde kann bisher allerdings nur grob auf einige hundert Objekte geschätzt werden. Das Material beinhaltet sowohl Originale als auch Repliken. So gibt es beispielsweise zahlreiche Silexartefakte, die den gesamten europäischen Raum abdecken. Es finden sich aber auch Objekte aus El Fajum (Ägypten) und Cuddapah (Indien).

Einige Gegenstände der Sammlung haben ihren Ursprung in der Privatsammlung des Freiburger Anatomen Prof. Alexander Ecker, der diese 1867 der Albert-Ludwigs-Universität zum Geschenk machte, andere Funde waren Bestandteil des damaligen Museums für Urgeschichte und Ethnologie an der Universität. Leopold Heinrich Fischer - zusammen mit Alexander Ecker Gründer dieses Museums - zählt einige Artefakte auf, die zum Teil bereits in der Lehrsammlung wieder aufgetaucht sind. Dazu gehört beispielsweise ein Bärenschädel (Unterkiefer samt Eckzahn vom Höhlenbären, als Hiebwerkzeug benutzt)[2], der unter den Funden vom Hohlefels bei Blaubeuren genannt wird. Darüber hinaus ließen sich Objekte aus Stein, Knochen und Horn, sowie in Glasgefäßen konservierte Holz-, Getreide- und Früchtereste den Pfahlbausiedlungen des Bodensees zuordnen (Wangen, Markelfingen, Nussdorf bei Überlingen).

Bei einer beträchtlichen Anzahl von Gegenständen handelt es sich um z.T. hervorragend gemachte Repliken, die aus der Thüringer Replikenwerkstatt Sonneberg (Markus Sommer[3]) stammen; die Originale befinden sich im Thüringer Landesmuseum[4]. Hierzu gehören zahlreiche Metallfunde, vorwiegend Messer, Beile und Nadeln. Zwei Objekte (Metalldolch, Rasiermesser) konnten den Werkstätten des RGZMs zugeordnet werden. Das Gros der Objekte wurde aus Gips hergestellt, beispielsweise zahlreiche Tierstatuetten aus dem Magdalénien sowie die Venus von Willendorf. Zu den jüngst zu datierenden Objekten zählt ein Schwert, an dem sich der Hinweis auf die Württembergischen Metallfabriken findet, von denen bekannt ist, dass sie während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Repliken frühmittelalterlicher Schwerter anboten.

Das studentische Projekt

Die Lehrsammlung wurde in den vergangenen Jahren sporadisch zu Studien- und Lehrzwecken genutzt, ist jedoch in weiten Teilen noch unzureichend erschlossen und behelfsmäßig untergebracht. Sie ist es zweifellos wert, mit modernen Mitteln aufgenommen zu werden. Seit dem Frühjahr 2008 gibt es eine studentische Arbeitsgruppe, die (unter Betreuung der Doktorandin Marina Krapf M.A.) um eine konsequente Aufarbeitung des Fundstoffes bemüht ist. Ziel ist es, die Funde sowohl fotografisch als auch textlich in einer Datenbank zu erfassen, um sie übersichtlich und zeitgemäß für Lehrveranstaltungen, aber auch für Studienzwecke zugänglich zu machen.  Neben der Erfahrung mit dem Material selbst sammeln die Studierenden auch Kompetenzen beim Fotografieren und im Umgang mit Datenbanken. Ein Teilaspekt des Projektes ist es neben der Erfassung der Objekte auch, die Entstehungsgeschichte der Sammlung nachzuzeichnen.

Eine Vitrine im Vorderhaus neben dem Sekretariat dokumentiert die Neu-Inventarisierung und soll zugleich Studenten auf die Arbeit an der Lehrsammlung aufmerksam machen.

Engagierte Mitarbeiter sind weiterhin herzlich willkommen!
 

Kontakt

Maria Kohle maria.kohle@gmx.de


[1] Fischer, H., Das Museum für Urgeschichte und Ethnographie an der Albert-Ludwigs-Hochschule in Freiburg (Freiburg 1875) .

[2] Fischer (Anm. 1) 14 (Nr. 11).

[3] Die Werkstatt stellt heute unter dem Namen SOMSO anatomische Modelle her.

[4] Siehe dazu den Ausstellungskatalog: Ur- und Frühgeschichte Thüringens: Büttner, W./Dusek, S. (Hrsg.),Ur- und Frühgeschichte Thüringens : Ergebnisse archäologischer Forschung in Text und Bild (Stuttgart 1999). 

 

 

 

 

 

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