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Internationales Kooperationsprojekt 2021-2023

The Iberian stelae of the Final Bronze Age:
iconography, technology and the transfer of knowledge between the Atlantic and the Mediterranean

 

Die Iberischen Stelen der Spätbronzezeit:
Bildkunst, Technologie und Wissenstransfer zwischen
Atlantik und Mittelmeer

 

In Zusammenarbeit mit der Universität Coimbra (Portugal), dem Consejo Superior de Investigaciones Científicas (CSIC, Spanien) und dem Institut für Angewandte Geowissenschaften der TU Darmstadt

 

Projektleitung: Dr. Ralph Araque Gonzalez

Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG-Projektnr. AR 1305/2-1)

Laufzeit: Januar 2021- Dezember 2023

 

Projektbeschreibung (english version)

Die archäologische Überlieferung der Spätbronzezeit auf der Iberischen Halbinsel (ca. 1300-800 v. Chr.) ist in vielen Regionen lückenhaft: es sind nahezu keine Gräber, nur spärliche Siedlungsreste und wenige Hortfunde sowie Bergbauspuren bekannt. Umso größer ist daher die Bedeutung der mit komplexen Bildwerken verzierten Iberischen Stelen, denn die Darstellungen von anthropomorphen Figuren, Tieren und Gegenständen sind eine einzigartige archäologische Quelle für die Untersuchung dieser Epoche.

Das Kulturphänomen hatte nach aktuellem Forschungsstand seinen Ursprung in der Beira Interior in Portugal und in der Alta Extremadura in Spanien, wo seit der Kupferzeit eine lange Tradition von Statuen-Menhiren und Stelen bestand. Darum sollen dort umfassende Regionalstudien durchgeführt werden, welche eine Untersuchung zur diachronen und synchronen Entwicklung der Felskunst, Landschafts- und Materialanalysen sowie eine Ausgrabung vorsieht. Die Region fungierte durch die geografische Lage als Mittler zwischen dem Atlantik und dem Süden Iberiens. Die Stelen waren bald bis nach Andalusien verbreitet, und die Motive belegen Verbindungen zum Mittelmeerraum. Folglich sollen sie auch im überregionalen Rahmen als ein charakteristischer kultureller Ausdruck der iberischen Netzwerke untersucht werden.

Ca. 50% der bekannten Stelen sind in Hartgesteine wie Granit oder Quarzit gehauen. Die Bearbeitung solcher Materialien mit bronzezeitlichen Werkzeugen ist bislang ungeklärt. Es ist jedoch unerlässlich, zu verstehen wie die Stelen gemacht sind, um zu erkennen, warum die Symbole in Hartgestein gemeißelt wurden. In einem grundlegend neuen Ansatz sollen die Stelen als komplexe Bildträger untersucht werden, wobei die symbolträchtigen Bilder und das als Projektionsfläche genutzte Gesteinsmaterial sowie die Position in der Landschaft als untrennbare kognitive Einheit betrachtet werden.

Ziel des Forschungsvorhabens ist eine kohärente und systematische Untersuchung der Stelen in Hinblick auf ihre symbolische und gesellschaftliche Bedeutung, die handwerkliche Leistung der Künstler und das Netzwerk der interkulturellen Kommunikation zwischen atlantischen und mediterranen Regionen, das für einen kontinuierlichen Wissens- und Technologietransfer sorgte. Dies soll mit einem multidisziplinären Forscherteam und einem Instrumentarium welches digitale Dokumentation, Geo- und Materialwissenschaften, Petrologie, Experimentalarchäologie, Landschaftsanalyse (GIS), Netzwerkanalysen, Bildwissenschaften sowie kognitive und Sozialarchäologie umfasst, erreicht werden.

 
Projektmitarbeiter:

  • Dr. Ralph Araque Gonzalez
  • Pedro Baptista M.A. (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)

 

Kooperationspartner:

  • Prof. Dr. Raquel Vilaça (Universität Coimbra)
  • Dr. Marcos Osório (Sabugal)
  • Dr. Lara Bacelar Alves (Universität Coimbra)
  • Dr. Carlo Bottaini (Évora)


  • Dr. Xose-Lois Armada (CSIC Santiago)
  • Dr. Sebastian Celestino (CSIC Merida)
  • Dr. Pablo Paniego Díaz (CSIC Merida)
  • Dr. Marta Díaz-Guardamino (Universität Durham)
     
  • Prof. Dr. Rafael Ferreiro Mählmann (TU Darmstadt)
  • Dr. Dirk Scheuvens (TU Darmstadt)
     
  • Dr. Bastian Asmus (Experimentelle Archäometallurgie)
  • Dr. Michael Kaiser (Steinwerkzeug-Repliken und -Bestimmungen)
  • Jan Schnorrenberg (Steinmetzmeister)

 

 

Stelae made of rock: 1. Baraçal, granite; 2. Brozas, gabbro; 3. Robledillo, granite; 4. Capilla 8, quartzite; 5. Capilla 1, quartzite; 6. Zarza Capilla 1 (1: courtesy of R. Vilaça; 2-6: photographs R. Araque).

 

 

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